

Link to EuroComGerm
Coordination: Prof. Dr. Britta Hufeisen, TU Darmstadt
hufeisen@eurocomcenter.com
Link zur Homepage des L3-Projekts: Tertiärsprachenerwerb
Mehrsprachigkeit ist eine uralte lebensweltliche Tatsache, und ihre Erforschung hat in der interskandinavischen Kommunikation bereits eine recht lange Tradition. Die Forschung zum multiplen Spracherwerb allgemein ist bis auf kleinere Bemerkungen (z.B. Braun 1937 ) oder vereinzelte Studien (z.B. Vildomec 1963, Stedje 1976) allerdings erst ansatzweise in den 70er Jahren entdeckt und auf den Weg gebracht worden. Anfangs als interferenzträchtig argwöhnisch untersucht, erhält sie erst in den 80er Jahren mehr Aufmerksamkeit. Obwohl noch immer vereinzelt die Meinung vertreten wird, multiplen Spracherwerb oder Mehrsprachigkeit könne man einfach der Zweitspracherwerbs- und Bilingualismusforschung subsumieren, gibt es doch inzwischen immer mehr Untersuchungen, Projekte und somit auch Publikationen zu diesem wichtigen Thema (s. die verschiedenen Publikationen und Bibliografien, die auf den EuroCom-Seiten zu finden sind). Im folgenden sollen hierzu einige Hinweise gegeben werden:
Während das EuroCom-Projekt sich mit europäischer Interkomprehension beschäftigt und sich dabei auf Sprachfamilien - diese Arbeitsgruppe auf die germanischen Sprachen - konzentriert, liegt beispielsweise der Schwerpunkt des Projektes des Fremdsprachenzentrums des Europarates auf der prinzipiellen Ausschöpfung von Synergien, die sich beim Lernen von mehreren Fremdsprachen ergeben können. Stichworte wären hier Fremdsprachen-Lern-Strategien, Tertiärsprachendidaktik und -curriculum. Die Informationen zu diesem Projekt kann man unter http://www.ecml.at (Projekt Nr.
1.1.2.) finden. Eine Fortschreibung findet die Arbeit in dem Projekt "Deutsch nach Englisch" des Goethe Instituts InterNationes. Hier geht es um die spezifische Form des Lernens einer zweiten Fremdsprache, hier Deutsch als typische zweite und weitere Fremdsprache nach Englisch.
Die Situation von EuroComGerm ist aus vier Gründen grundsätzlich anders als die von EuroComRom und EuroComSlav:
1. Im Gegensatz zu den verhältnismäßig geschlossenen Slav- und Rom-Gemeinden stellt sich die Germ-Gemeinde als eigentlich mehrere abgeschlossene und voneinander getrennte Ortschaften dar, und daher ist für die sachliche und auch kollegiale Zusammenarbeit an EuroComGerm mit einer sehr viel größeren Heterogenität zu rechnen, als dies bei den anderen beiden Sprachgruppen der Fall ist.
2. Die linguistische Genese der germanischen Sprachen zeichnet sich durch sehr viel mehr Entwicklungsbrüche und nicht zuletzt Einflüsse aus den romanischen Sprachen aus, so dass beim Sieben der verschiedenen germanischen Sprachen insgesamt weniger ausgesiebt werden kann.
3. Im Gegensatz zu den romanischen und slavischen Sprachen ist eine der germanischen Sprachen Verständigungsmittel in dem Land, in dem schwerpunktmäßig die Interkomprehensionsforschung betrieben wird bzw. in dem sie entwickelt wurde. Wenn sie - wie bei den anderen Sprachgemeinden - als Ausgangssprache (L1) gesehen wird, auf die zwei weitere germanische Sprachen folgen, so wird das Sieben einen anderen - verfälschenden - Charakter haben als bei der Sprachenfolge Deutsch L1 - Russisch L2 - Polnisch L3 oder Deutsch L1 - Französisch - L2 - Portugiesisch L3.
4. Die deutsche Perspektive, z.B. Deutsch L1 - Englisch L2 - Isländisch L3 oder Deutsch L1 - Schwedisch L2 - Englisch L3 basiert auf einer Kombinationen, die statistisch gesehen eigentlich nicht relevant im Vergleich mit der weltweit weitaus häufiger vorkommenden: x L1 - Englisch L2 - Deutsch L3 ist.
Diese fast klassische Reihenfolge - Englisch als lingua franca und somit erste Fremdsprache - und Deutsch als zweite Fremdsprache ist meistens auch Gegenstand der Forschung. Trotzdem hat sich das EuroComGerm-Projekt zum Ziel gesetzt, die Interkomprehensionswege nachzuzeichnen, die sich bei der Sprachenreihenfolge Deutsch als L1 und meist Englisch als L2 beim Lernen der anderen germanischen Sprachen ergeben.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an diesem Themenkomplex forschen und die ihre Expertise mit in das EuroComGerm-Projekt einfließen lassen wollen, sind derzeit:
Priv.Doz. Dr. Britta Hufeisen, Technische Universität Darmstadt als leitende Koordinatorin, mit ihrer Doktorandin
Nicole Marx, M.A., Technische Universität Darmstadt als EL2- und DL3-Expertin.
Prof. Dr. Kurt Braunmüller, Universität Hamburg als Experte für den skandinavischen Raum mit
Per Warter, Universität Hamburg, und
Ludger Zeevaert, Universität Hamburg als seine Assistenten.
Prof. Dr. Madeline Lutjeharms, Freie Universität, Brüssel als Beraterin für das Niederländische.
Asst. Prof. Dr. Caroline Rieger, Universität von Britisch Kolumbien, Vancouver, als Beraterin für das Luxemburgische.
Stand: 19. April 2002