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Die Methode EuroCom
Die Methode EuroCom
versteht sich als ein interlinguales und interkulturelles Verfahren,
das den Europäern Mehrsprachigkeit vermitteln will. EuroCom nutzt
dabei die Möglichkeiten, die nahverwandte Sprachen bieten, um über
die Kenntnis einer Brückensprache rezeptive Kompetenz, zunächst
Lesekompetenz und in einer späteren Stufe Hörverstehen in einer
Sprachengruppe zu erreichen. Durch EuroCom erkennt der Lerner, dass
er durch die Kenntnis seiner Muttersprache, meist kombiniert mit
Englischkompetenzen, bereits unerwartet viel an interlingualem
Wissen besitzt, um einen positiven Transfer von der Brückensprache
zu allen nahverwandten Sprachen der jeweiligen Gruppe mühelos
zu realisieren. Es gelingt dem Lerner durch transferbasierte
Erschließungs-strategien in kürzester Zeit, Texte aus Zeitungen
und Zeitschriften sowie Fachtexte in allen nahverwandten Sprachen zu
verstehen. Aufbauend auf dem lesegesteuerten kognitiven
Erschließungsprozess lassen sich weitere Kompetenzen lernökonomisch
und bedarfs-orientiert erheblich beschleunigt
entwickeln.
EuroCom richtet sich in der ersten
Entwicklungsphase vor allem an kompetente Lehrende und Studierende
einer Brückensprache, die mit Hilfe des lingui-stischen
Transferinventars in die Lage versetzt werden, die
Erschließungsstrategien selber an Texten zu erfahren und sie zur
Weiter-vermittlung zu nutzen. Hierzu ist für die romanische
Sprachenfamilie in Kooperation mit der FernUni Hagen und
finanzieller Förderung durch NRW eine CD "Die sieben Siebe"
entwickelt worden, die u. a. in der Lehrer(fort)bildung genutzt
werden kann. Weitere on-line Materialien zur Nutzung und Verbreitung
rezeptiver Analysemethoden entstehen in der Zusammenarbeit mit der
TU Darmstadt (httc) unter finanzieller Beteiligung von Hessen
Media.
Das für die romanische Sprachengruppe entwickelte
Lehrwerk EuroComRom filtert mit den «sieben Sieben»
aus den nahverwandten romanischen (dem Lerner angeblich unbekannten)
Sprachen so viel an Bekanntem heraus, dass rezeptive
Mehrsprachigkeit mühelos erreicht wird. Schon nach wenigen
Übungssitzungen wird der Lerner in der Lage versetzt, mit der
Methode EuroCom Texte in einer ganzen Gruppe von Sprachen zu
verstehen. Der Lerner entwickelt hierbei spielerisch eine
allgemeine Sprachlern-kompetenz, die ihn dabei unterstützt,
die kognitiven Vorgänge multipel zu vernetzen und damit auch
entferntere Idiome oder Dialekte der Gruppe zu erschließen. Die
Methode fördert dabei ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand auch das
Verstehen und Kennenlernen der sogenannten kleineren und der
Minderheitensprachen, die in ihrem Verbrei-tungsgebiet meist
Mehrheitssprachen sind, aber von staatlichen Zentralismen und
künstlichen Wertigkeiten eines marché linguistique
benachteiligt werden.
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EuroCom führt mit seinen
Transferstrategien nicht einfach nur zu einer weiteren
Sprache, sondern ist ein Portal, das den Weg zu rezeptiven
Kenntnissen in sämtlichen Sprachen einer Sprachengruppe öffnet: Die
Methode EuroCom ermöglicht über jeweils nur eine
Brückensprache für die romanische (EuroComRom), germanische
(EuroComGerm) oder slawische (EuroComSlav)
Sprachengrup-pe die Realisierung europäischer Interkom-prehension: Die
EuroComprehension versteht sich als Weg zu einer effektiven
und bedarfsgesteuerten europäischen
Mehrspra-chigkeit.
EuroComRom hat deshalb konsequent
neben den "großen" Sprachen Französisch, Spanisch, Italienisch auch
das Portugiesische, Katalanische und Rumänische integriert und macht
es möglich, auf dieser Basis auch Texte in anderen romanischen
Sprachen zu verstehen, ohne einen separaten Spracher-werbsprozeß
einzuleiten.
Die Forschergruppe EuroCom erarbeitet
transferbasierte Referenzwerke für alle großen Sprachengruppen
Europas, autodidaktische Medien und entsprechende rezeptive
Lehrwerke, die zielsprachenorientiert beschleu-nigten Zugang auch zu
Einzelsprachen bieten. Die Arbeiten zur Gruppe der romanischen
Gruppe firmieren unter EuroComRom, die slawischen Sprachen
werden von der Forschergruppe EuroComSlav bearbeitet. Für
die germanische Sprachengruppe ist EuroComGerm zuständig. Die
transversal-didaktische Aufbereitung und Umsetzung der Arbeiten zu
den drei Sprachgruppen und die Erarbeitung von Fachsprachenmodulen
wird von EuroComDidact wahrgenommen. Die
Publika-tionen zu den vier Bereichen werden unter dem Link Publications getrennt nach Forschungs-bereichen
aufgeführt. Die Reihe Editiones EuroCom macht die Arbeiten der gesamten Forschergruppe
und wichtige Beiträge zur Europäischen Mehrsprachigkeit verfügbar.
Die Integration Europas verlangt von den jungen Europäern
eine sprachliche Flexibilität, die unsere Unterrichtssysteme ohne
Mehrsprachig-keitsmethoden bislang nicht erreichen konnten.
Breitgestreute rezeptive Kompetenzen sind die beste Voraussetzung,
um im Bedarfsfall schnell produktive Kompetenzen in einer neuen
Sprache zu entwickeln. Als erwünschte Nebenwirkung wird dem Lerner
durch EuroCom ein Stück Europäität vermittelt, die es
ermöglicht, die kulturelle Vielfalt Europas in ihren Zusammenhängen
zu begreifen und Profilhaftes zu erkennen. EuroCom zeigt,
dass die meisten europäischen Nachbarsprachen keine
Fremdsprachen sind und schafft ein
Bewußtsein der Zusammengehörigkeit und des Miteinanders europäischer
Kulturen. ©HGK
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